#CovidAtWork

Für Eilige: Beispiele für Tweets

ERFAHRUNGSBERICHTE

A arbeitet „als Heizungsinstallateur auf einer Großbaustelle in München. Maske trägt kaum wer, man kommt sich in den Wohnungen sehr nah, teilt sich mit gefühlt 100 Leuten 4 Dixiklos. Aber mit meiner Freundin ein befreundetes Paar zu besuchen ist ja zu gefährlich…” #CovidAtWork

P ist Sozialarbeiterin im Betreuten Wohnen für Haftentlassene: “Wir sind 8 Mitarbeiter*innen mit Kontakt zu Bewohnern und arbeiten teilweise im gleichen Raum. Es gibt keine FFP2 und kaum Homeoffice. Ich will Gesundheitsschutz u. Unterstützung durch die Gewerkschaft!” #CovidAtWork

B studiert an der Hochschule für Polizei & öffentliche Verwaltung NRW: “Die Klausuren finden in Präsenz statt, weil anders geht ja nicht 🤡. Und ich soll als angehender Beamter wem erklären, warum es richtig ist, monatelang kein Privatleben mehr zu haben!” #CovidAtWork

H berichtet aus der Versammlung in einer öffentlichen Verwaltung. Konferenzleiter: “Ich möchte die Konferenz gern ohne Maske machen.” Die anderen folgen höflich oder gehorsam. Immerhin bleibt ein Fenster offen und es wird Abstand gehalten. Das muss halt reichen.   #CovidAtWork

R arbeitet “in einem Autokonzern in Ingolstadt. Offiziell gilt Maskenpflicht. Aber an den Bändern tragen alle die Masken untem Kinn, auch die Vorgesetzten. Kontrollen gibt es keine. Privat darf ich nix, aber auf Arbeit riskiere ich für Aktionäre meine Gesundheit.” #CovidAtWork

C arbeitet in einem Museum. Obwohl das Museum für Publikum geschlossen hat, darf sie nur an einem Tag pro Woche ins Homeoffice. An den restlichen vier Tagen muss sie mit dem überfüllten ÖPNV ins Büro fahren. #CovidAtWork

L, der selbstständig arbeitet, schickt sein Kind in die Kita. Er will eigentlich nicht, bekommt aber für die Zeit, in der nicht arbeiten kann, weil er sein Kind betreut, keine Entschädigungszahlungen. Dafür gibt es schließlich die Notbetreuung. #CovidAtWork

K fragt im Arbeitstreffen, ob das kommende Projekt, bei den hohen Infektionszahlen, nicht auch online stattfinden könne. Er solle sich nicht so Sorgen machen, heißt es, man habe ja ein gutes Hygienkonzept. – Nämlich? An jeder Wand ein Desinfektionsspender #CovidAtWork

N erzählt, dass sie ihr Kind mindestens zweimal die Woche in die volle Kita schickt, weil sie zum Arbeiten in eine andere Stadt pendeln muss. – Wo arbeitet sie? Im Theater. – Aber die Theater sind doch geschlossen! Die Proben finden dennoch statt. – ? #CovidAtWork

F arbeitet auf einer Intensivstation: „Ich sehe viele, auch junge Leute mit Covid, die auch nach Wochen nicht genug Reserven in den Lungen haben um sich aufzusetzen. Und was ist die Perspektive? Weiter so? Bis in den Frühling werden in meinem Beruf viele aufgeben.“ #CovidAtWork

D arbeitet in einem Familienrestaurant in Berlin: “Wir haben immer weniger Einnahmen, aber die Ausgaben bleiben fast gleich. Warum überweist der Staat die Wirtschaftshilfen nicht gleich an den Vermieter? Die Miete ist ja seit Corona seltsamerweise nicht gesunken!” #CovidAtWork


TIPPS UND HINTERGRUNDINFORMATIONEN

“Solidarisch gegen Corona bedeutet nicht nur, dass wir füreinander einkaufen gehen, sondern auch, dass wir uns unterstützen, wenn wir Probleme auf Arbeit kriegen.” Das Netzwerk Arbeitskämpfe hat ein paar nützliche Tipps gesammelt für #CovidAtWork https://netzwerk-arbeitskaempfe.org/2020/04/30/faq/

Eine Studie des Statistikamtes in UK zeigt: Von 100.000 berufstätigen Männern im Alter von 20 und 64 Jahren sind 31,4 an Covid-19 gestorben. Bei Fabrikarbeitern liegt diese Quote 4-5 mal so hoch: 143,2 von 100.000. #CovidAtWork

Studie mit 4 Mio Versicherten zeigt: Arbeitende im Gesundheitsbereich haben ein 1,5 – 2 mal so hohes Risiko, an Covid zu erkranken. Auch für Leihbeschäftigte in Industrie sowie in Post- und Logistikbranche ist das Risiko um ein Drittel höher. #CovidAtWork https://www.asu-arbeitsmedizin.com/wissenschaft/berufs-und-branchenbezogene-analyse-des-covid-19-risikos-deutschland

Amazon ist zwar sehr um seinen Umsatz bemüht (21,3 Milliarden alleine 2020), jedoch weniger um die Sicherheit der Arbeiter:innen. Alleine im Logistikzentrum in Garbsen kam es zu 250 Infektionen. #CovidAtWork

Eine Studie auf Grundlage der Daten AOK Versicherter zeigt: Menschen, die in der Betreuung und Erziehung von Kindern arbeiten, haben ein 2,2fach höheres Risiko an Covid zu erkranken als der Durchschnitt der Beschäftigten. Aber Schulen und Kitas sind sicher? #CovidAtWork  

In Deutschland haben Pflegekräfte ein um 56 Prozent höheres Risiko, an Corona zu erkranken, als Berufstätige insgesamt. #CovidAtWork

Wenn der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (Michael Hüther) so redet – “Es gibt keinen absoluten Lebensschutz, auch nicht in der Covid19-Pandemie“ – brauchen wir uns über #CovidAtWork nicht wundern.

Der Präsident des BDI, Siegfried Russwurm: „Es ist keine Frage, natürlich erkranken auch in Betrieben tätige Menschen an Corona.“ Zum Thema Runterfahren der Wirtschaft: “Keiner weiß, ob es überhaupt dazu beiträgt, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen.”#CovidAtWork

Etwas Sozialdarwinismus gefällig? Unternehmer Georges Bindschedler in der NZZ: “Wir wählen den wirtschaftlichen Suizid, um zu verhindern, dass einzelne betagte Menschen das Zeitliche einige Jahre früher segnen, als es unter normalen Umständen zu erwarten wäre“ #CovidAtWork

Wir fordern eine Pause der Arbeit, anstatt des Anstands. H&M möchte 800 Menschen in Deutschland entlassen – vor allem junge Mütter, langzeiterkrankte Mitarbeiter:innen und schwerbehinderte Menschen. #CovidAtWork(Quelle: Business Insider)

Auch Behindertenwerkstätte sind Orte des Infektionsrisikos. Werkstätten also vorübergehend schließen? Der Chef verschiedener Werkstätten in Bayern, Martin Becker, meint: “Arbeit gehört zu einem erfüllten Leben”. Wir meinen: Gesundheit noch viel mehr! #CovidAtWork (Quelle SZ)

Der Staat verlangt mehr Homeoffice – und ermöglicht dies seinen eigenen Angestellten nicht. So beträgt z.B. in den Kommunen die Homeoffice-Quote gerade mal 37%. #CovidAtWork (Quelle Wirtschaftswoche)

Jens Spahn forderte im November 2020, dass auch Corona-positiv geteste Ärzt:innen und Pfleger:innen arbeiten gehen sollen um die Personalnot zu lindern. Wir fordern: Mehr Budget, Personal und eine solidarische Finanzierung. #CovidAtWork (Quelle Welt)

Tausende Menschen aus verschiedenen Ländern wurden im Juli 2020 im Kreis Gütersloh wochenlang, unfreiwillig und teiweise ohne Grund in Quarantäne eingesperrt. Was sie alle gemeinsam hatten? Sie sind Arbeiter:innen bei Tönnies. #CovidAtWork (Quelle Tagesschau)

“Die Massentierhaltung ist eine Teilchen­beschleunigerin. Mehr Körper auf weniger Raum bedeuten mehr Chancen für die Entstehung von Mutationen oder Hybridviren und für ihre Verbreitung, egal bei welchem Virus. ” #CovidAtWork https://www.republik.ch/2020/12/23/covid-19-ist-erst-der-anfang

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